Natron als Deo nutzen

Leben, Umwelt
Natron als Deo
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Seit meiner Pubertät hatte ich Probleme dabei, das richtige Deo für mich zu finden. Nach kurzer Zeit roch es unter den Achseln einfach unangenehm. Es war nicht der strenge Schweißgeruch. Es waren die Bakterien, die einen süßlich, aber penetranten Geruch erzeugt haben. Ich habe vieles ausprobiert, diverse Deoroller, Deosprays, Kristalldeo, Deocremes, mit Aluminium, ohne Aluminium, dann ein aggressives Zeug aus der Apotheke mit dem Namen Yerka (es enthält Aluminiumchlorid, Zitronensäure, Glycerin, Weinsäure, Calcium Chlorid, Salzsäure und Natriumchlorid) und nichts hat geholfen! Manches zwar etwas besser als anderes, aber unterm Strich konnte ich mich immernoch nicht frei und unbefangen bewegen.

Angst zu stinken

Das Thema hat mich jahrelang sehr belastet. Shirts ohne Arme konnte ich gar nicht tragen, da der Geruch dann noch schneller auftrat. Im Büro hatte ich ständig Angst, dass die Kollegen es riechen. Ich fühlte mich sehr eingeschränkt und unfrei.

Eines Tages las ich davon, dass Natron eine wunderbare Deoalternative sei. Bis dahin kannte ich Natron aka Natriumhydrogencarbonat oder NaHCO3 nur aus dem Chemieunterricht vor 20 Jahren.

NaHCO3 als Superdeo

Wie aber kann diese chemische Verbindung als Deo funktionieren? Die Lösung ist so simpel, wie die Anwendung einfach. Natron schafft mit seinem basischen pH-Wert ein Umfeld, das den Bakterien das Leben schwer macht. So findet die Schweißproduktion also nach wie vor statt, was auch gut ist, aber die Bakterien, die den Schweiß erst zum Stinken bringen, haben keine Chance.

Das wollte ich unbedingt ausprobieren und so bestellte ich kurzerhand direkt einen 5 Kilogramm-Eimer. Zunächst versuchte ich eine Art Deocreme herzustellen. Dazu schmelzt man Kokosfett ein und setzt diesem dann das Natronpulver bei. So kann man die Masse gut unter den Achseln verteilen. Ich hatte dabei jedoch das Gefühl, dass die Achsel nasser ist als sonst, die Flecken in den Shirts noch größer und gelber sind und es hat nach einiger Zeit wieder gemüffelt.

Eine Prise Natronpulver unter die Achsel – feddisch

Aufgeben wollte ich aber noch nicht. So probierte ich einfach mal Natron-Pulver pur aus. Dazu habe ich einen nassen Finger in das Natronpulver getupft, damit das Pulver auch haftet und es dann pur unter die Achsel gerieben. Seitdem mache ich es nicht mehr anders. 24h und länger geruchsfrei, das hat mein Leben sehr verändert. Endlich konnte ich wieder ärmellose Klamotten anziehen, die ich mich ewige Zeiten nicht getraut habe anzuziehen, aus Angst zu stark zu riechen. Ich konnte mich endlich wieder frei unter Kollegen bewegen und Oberteile auch öfters als nur einmal tragen.

Eine Einschränkung besteht frisch nach dem Achselrasieren. Dann kann es zu roten Hautirritationen kommen. Also am besten abends rasieren, dann ist die Haut am nächsten Morgen nicht mehr ganz so empfindlich.

Positive Nebeneffekte von Natron als Deo

Neben dem lifechanging geruchsfreien Gefühl und der neuen Freiheit hat das Ganze natürlich noch weitere sehr tolle Nebeneffekte. Zum einen sparst Du unendlich viele Verpackungen, auf wieviele Deodosen und –roller ich dadurch schon verzichten konnte. Neben Einwegglas wurden dadurch auch viele Kilogramm Plastik eingespart. Zum anderen wird der Geldbeutel extrem geschont. 250 Gramm kosten circa 2 Euro und diese reichen als reines Deo mindestens ein Jahr lang. Erhältlich in der Drogerie.

Natron im Haushalt vielseitig einsetzbar

Es lohnt sich aber durchaus eine größere Menge Natron zu kaufen, denn Natron ist ein wahrer Haushalts-Champion. Du kannst damit Kuchen backen (Backpulver ist nämlich nichts anderes), Reinigungsmittel selbst herstellen, es bei Sodbrennen einsetzen und vieles mehr.

Hätte ich das alles schon damals im Chemieunterricht gewusst hätte ich diesen ganz anders wahrgenommen anstatt das Fach in der Oberstufe abzuwählen.

Habt Ihr auch schon Erfahrungen mit Natron gemacht? Freue mich über sämtliche Tipps. Mein Eimer ist nämlich noch längst nicht leer.

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