Vom Knax-Sparbuch zur grünen Geldanlage – Meine Abenteuer auf dem Finanzmarkt

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Um meine Geldanlagen hat sich in meiner Kindheit meine Mama gekümmert. Sie achtete immer darauf, dass für ihr Kind der bestmögliche Zinssatz drin ist. Damals, in den 90ern lagen die Zinssätze noch in Bereichen, die heute unvorstellbar sind. Sechs Prozent für das Sparbuch waren Normalität. Ab und zu wurde das Geld dann noch fest angelegt, um noch ein bisschen mehr für‘s Kind rauszuholen.

Viel war das damals natürlich nicht. Mit meinem Taschengeld und Geldgeschenken zu Geburtstag und Weihnachten war mein Vermögen sehr übersichtlich.

Im Jugendalter kamen dann weitere Geldflüsse hinzu. Schülerjobs wie Zeitung austragen oder Kellnern besserten das Taschengeld auf, sodass dann schon mal was auf dem Konto hängenblieb. Auch hier war von meiner Seite aus nicht viel zu tun. Ich blieb weiter bei meiner Hausbank, bei der ich schon als Kind meine Sparbüchse leerte. Nur, dass die Sparbüchse jetzt ein bisschen größer war. Irgendwann hatte ich einen vierstelligen Betrag zusammen, wohlgemerkt, in Deutscher Mark damals noch. Da ich auf nichts Konkretes hin gespart hatte und sich das Geld so langsam auf dem Konto anhäufte und noch dazu die Zinsen langsam runtergingen, dachte meine Mama, es sei gut mal in Fonds zu investieren. Ich vertraute ihr und ließ sie einfach machen. Die beiden Fonds habe ich heute noch, zehn Jahre später. Allerdings werde ich sie bald verkaufen. Warum, das erzähle ich Dir in einem weiteren Blogartikel. Soviel sei gesagt, ich habe inzwischen in meine Finanzbildung investiert und weiß, dass es heute bessere und vor allem nachhaltigere Optionen gibt. Dennoch bin ich meiner Mama sehr dankbar für ihre Weitsicht damals.  

Die erste bewusst eigene Finanzentscheidung

Dann ging es 2005 zum Studium. Hier begann so langsam die Zeit, in der ich mich selbst um meine Finanzen kümmern musste. Die erste Herausforderung war der Wechsel meines Girokontos. Da ich 200 Kilometer von meiner Heimat entfernt studieren wollte, musste ich eine Alternative zu meiner Hausbank finden. Bei der Suche nach einem neuen Konto lernte ich erst einmal, dass es nicht selbstverständlich ist, dass die Kontoführung gebührenfrei ist. Als Kind und Schülerin ist es die Regel, doch sobald man erwachsen wird, halten die Banken ihre Hand auf. So wurde es nicht nur wegen der Entfernung zur Hausbank Zeit für einen Kontowechsel, sondern auch wegen der anfallenden Gebühren. Ich entschied mich damals für eine große deutsche Bank, die für Studenten auch weiterhin kostenfreie Angebote hatte. Auf dem Girokonto ging nun das Geld meines Studentenjobs ein und die Miete ab. Dieses Konto war zugleich auch mein Einstieg in die Welt des Online-Bankings und ermöglichte ganz neue Flexibilität. Ich war begeistert.

Die erste Kreditkarte

Dann stand 2008 ein Auslandsemester an. Ich entschied mich für Cardiff (Wales). Um vor Ort Kosten zu sparen, in dem ich keine irrsinnig hohen Gebühren für Auslandsabhebungen zahlen muss, besorgte ich mir bei einer britischen Bank eine Kreditkarte, mit der ich kostenfrei an den entsprechenden Bankautomaten Geld in der Landeswährung ziehen konnte. Das war unkompliziert und zur damaligen Zeit die beste Lösung. Heute gibt es da viel einfachere Wege und auch deutsche Banken, die eine kostenfreie Geldabhebung im Ausland ermöglichen. Aber hey, ich hatte eine Kreditkarte. Da bin ich auf dem Erwachsenentreppchen nochmal ein paar Stufen nach oben gerutscht. So fühlte es sich zumindest an.  

Mein erstes eigenes Tagesgeldkonto

Da ich schon immer eine gute Sparrate hatte, also meine Geldgeschenke sich eher anhäuften als dass ich sie zu schnell ausgab, sammelte sich mit der Zeit wieder Geld auf meinem Konto an. Es war 2011 und so langsam begann die Zeit, in der Du nicht mehr viele Zinsen auf Deinem regulären Konto erhieltest. Mama wurde auch so langsam ungeduldig und wollte den Ballast der Finanzverwaltung ihrer Kinder endgültig loswerden.

So kam es, dass ich mich online informierte, wo es denn aktuell die besten Zinsen gibt und da gab es tatsächlich gar nicht mehr so eine riesen Auswahl. Nach einiger Recherche und familiärer Beratung fiel die Wahl auf ein Finanzprodukt bei dem es immerhin noch 1,9 Prozent im Jahr gab, was zur damaligen Zeit gut war. Es fühlte sich gut an, die Finanzen in die eigene Hand zu nehmen. Gleichzeitig kam eine große Verantwortung hinzu. Auch wenn es sich um lächerliche Beträge handelte, ging mit diesem zusätzlichen Konto und dem Monitoring eine gewisse Last einher. Trotzdem, erstmal war das Geld jetzt angelegt. Tagesgeldkonto, check!

Das erste Mal Vermögenswirksame Leistungen (VL)

Im selben Jahr, nach dem Studium, öffnete sich eine weitere Tür der eigenen Finanzen. Mit meinem ersten Job kam das Angebot der Vermögenswirksame Leistungen daher. Vermögenswirksame was??? Zunächst war ich völlig überfordert mit dem Begriff und konnte das, was dahinter steckt nicht wirklich einordnen. Was hängen blieb war, dass der Arbeitgeber mir Geld schenkt, aber nur, wenn mein Konto sich dafür eignet. Warum sollte mein Konto sich dafür nicht eignen? Geldeingänge sind da immer willkommen!  

Ich sollte lernen, dass ein zusätzliches Finanzmodell hermusste, da man das Geld erst nach sieben Jahren ausgezahlt bekommt. Der Sinn dahinter besteht darin, dass Du nicht an das Geld rankommst und so Vermögensbildung stattfinden kann, denn Du kannst das Geld ja nicht ausgeben, bis zum Zahltag nach sieben Jahren. Schnell war mir klar, dass ich auf dieses zusätzliche Geld nicht verzichten wollte. Denn in anderer Form bot mein Arbeitgeber keine Gehaltsverbesserung an. So informierte ich mich intensiv, was die beste Option sei. Es gibt nämlich Unmengen von Angeboten für Vermögenswirksame Leistungen, ob ein reines Sparkonto, Bausparverträge oder Rentenversicherungen. Wie bereits gesagt, ich war total überfordert. Also verließ ich mich auf einen damals aktuellen Test in der Zeitschrift „Finanztest“, in der ein spezielles Optionsbausparen als Sieger im VL-Vergleich abgeschnitten hatte. Inzwischen habe ich das Geld ausgezahlt bekommen. Was sich damals Meilenweit weg anfühlte ist auf einmal in Form von gebündelten 3.500 Euro Wirklichkeit geworden.

Der erste Hauskauf

Dann, nach einigen Jahren Berufserfahrung und einigen Jahren Gehalt auf dem Konto wuchsen die Rücklagen stückchenweise etwas mehr an. 2014 hatte mein Tagesgeldkonto schon längst nicht mehr die Zinszahlungen, die ich 2005 noch erhielt, dafür sind die Bauzinsen in der Zwischenzeit stark gesunken. Und so kam es, dass ich mit Ende 20 schon an Altersvorsorge in Form von Betongold dachte. Mir war es wichtig, mein Geld gut angelegt zu wissen und später im Alter keine Miete mehr zahlen zu müssen, sodass ich von der kleinen Rente, die meiner Generation wohl nur noch zum Leben bleibt, die Grundversorgung bestreiten kann. Als Hausbesitzerin versauert überschüssiges Geld nicht auf dem Konto, sondern wird Jahr für Jahr zur Sondertilgung verwendet. All diese Argumente haben mich angetrieben, mit meinem Partner auf Häusersuche zu gehen. Das zehnte Objekt, das wir besichtigt hatten, hatte es uns direkt angetan. Klein aber fein, gerade noch zentral genug und vom Preis her für zwei Endzwanziger noch von der Verschuldung her vertretbar. Wir sagten direkt zu und freuten uns auf die 100 Quadratmeter Eigenheim. Die monatliche Rate zum Abbezahlen konnten wir frei wählen und so zahlten wir nicht mehr Kredit ab, als wir auch an Miete gezahlt hätten. Nur dass das Geld in unserer eigenen Tasche landete, irgendwie zumindest. Natürlich gehen am Anfang enorm hohe Beträge an Zinszahlungen drauf, anstatt die realen Schulden zu tilgen. Aber das gehört dazu. Und mit jeder Monatsrate und vor allem Sondertilgung wird dieser Betrag weniger. Es macht Spaß dabei zuzusehen, wie die Summe immer kleiner wird.

Der Hauskauf war ein wirklich einschneidendes Erlebnis und die bis dahin größte Finanzentscheidung, die ich getroffen habe. Eine, die ich nie bereut habe. Bis es anders kam als geplant. Aus diversen Gründen musste ich meinen finanziellen Anteil wieder aus dem Beton herauslösen. So stand ich wieder vor der Frage? Wie lege ich das Geld am besten an, um im Alter ein gutes Leben zu haben?

Das erste grüne Konto

Diese Entscheidung sollte noch etwas Zeit in Anspruch nehmen, also wollte ich das „Haus“geld wenigstens nicht auf ein Konto legen, dessen Bank umweltschädliche oder menschenunwürdige Machenschaften finanziert. Mein Geld soll keinen Rüstungskonzernen, Atomkraftanlagenbetreibern oder ähnlichen Unternehmen dabei helfen, Profit aus der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zu schlagen.

Nachhaltige Banken finanzieren nur Vorhaben, die ethisch unbedenklich sind und die Umwelt schützen. Beispielsweise mit Krediten für den Bau von Windkraftanlagen, für Ökobauern oder Naturkostfachläden, um nur einige zu nennen. Mit der Umweltbank fand ich eine grüne Bank, die neben der Tatsache, dass sie nachhaltig wirtschaftet noch dazu einen akzeptablen Zinssatz auf das Tagesgeldkonto anbietet. Hier fühlt sich mein Geld gut aufgehoben.

Die ersten grünen Anlagen auf dem Aktienmarkt

Und immernoch stand ich vor der Herausforderung, wie sorge ich für das Alter vor? Mein ursprünglicher Plan, später in einem Eigenheim zu leben und von der kleinen staatlichen Rente Lebensmittel und Nebenkosten zu bestreiten hatte sich ja leider erübrigt.

Freunde hatten mir erzählt, dass sie in Aktien investieren. Das klang zunächst sehr befremdlich. Beruflich hatte ich schon des Öfteren mit Investor Relations zu tun und war diesen immer sehr negativ gegenüber eingestellt. Reiche investieren und werden noch reicher und die Unternehmen buhlen um deren Gunst. Das hat mich angewidert. Trotzdem fand ich den Aktienmarkt interessant, gerade auch, weil ich ihn nicht ganz verstand. Der aktuellste Hype, den ich durch meine Freunde mitbekam waren 2019 sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds). Kurz gesagt ist ein ETF ein sehr großes Bündel an Aktien, das einen speziellen Aktienindex nachbildet und von den laufenden Kosten her wesentlich günstiger ist, als ein Fonds. Anfangs war ich nicht sonderlich überzeugt von dem ganzen Börsenkram und wollte unbedingt weiter nach einer Eigentumswohnung oder einem Haus suchen. Aber bei den aktuellen Preisen fühlte sich das nicht sonderlich vielversprechend an. So ließ mich die Welt der Aktien nicht mehr los und ich las mich einfach mal dazu ein. Es gibt dazu sehr viele gute Podcasts und Bücher, die mir dabei halfen, den Stellenwert und die Chancen des Aktienmarkts besser einzuordnen. Schnell merkte ich auch, dass man durchaus auch nachhaltig auf dem Aktienmarkt investieren kann. Ich war Feuer und Flamme. Was ich dabei alles gelernt habe erzähle ich Euch in Kürze hier in einem weiteren Blogartikel.  Soviel schon mal vorab, ich bin jetzt Aktionärin, aber eine mit Gewissen und grünem Daumen!

Du siehst, bereits im jungen Leben wirst Du mit vielen finanziellen Entscheidungen konfrontiert. Um hier die richtigen Entscheidungen zu treffen ist es wichtig Deine finanzielle Bildung stets weiterzuentwickeln. Ich hoffe mein Blog und meine Beiträge in der Kategorie „Finanzen“ werden Dir dabei helfen. Ich werde die Artikel sukzessive erweitern und auf die oben genannten Themen noch spezieller eingehen.

Wenn Du ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht hast oder Dich austauschen möchtest, freue ich mich über Kommentare!

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