Kleinvieh macht auch Mist – oder: wie geht Umweltschutz im Kleinen

Ich habe noch keine Kinder und an Enkel ist noch lange nicht zu denken. Ungeborenes Leben und hypothetische Konstrukte, die mein jetziges Leben beeinflussen und für die ich eine gewisse Verantwortung verspüre.

Ich verspüre dieses Gefühl, ihnen etwas schuldig zu sein, auf sie Acht zu geben, sie nicht im Stich zu lassen. Ich bin mitverantwortlich für ihre Zukunft. Für die Zukunft aller folgenden Generationen.

Ich bin jetzt 33 Jahre alt und werde, wenn‘s gut läuft, die nächsten 50 Jahre noch relativ gut auf der Erde leben können. Aber wie sieht es dann aus, in 2069? Wenn unser Konsumverhalten so weitergeht wie heute, dann wird das kein schönes Bild. Die Gletscher werden weiter immer schneller schmelzen, das Klima wird stets heißer und einige Flecken der Erde werden überschwemmt. Die Ernährung der Weltbevölkerung wird schwieriger. Es wird zu großen Wellen geographischer Flüchtlinge kommen. Im Jahr 2050 könnten 250 Millionen Menschen auf der Flucht sein, das sind rund zehn Mal so viele wie heute.

[Eine schöne Darstellung der langfristigen Auswirkungen des Klimawandels findet sich übrigens hier. http://www.oekosystem-erde.de/html/klimawandel-03.html]

Der Klimawandel ist nicht zu stoppen, aber noch ist es nicht zu spät ihn abzuschwächen und die dramatischen Entwicklungen wenigstens zu verlangsamen. Die Politik ist nun gefragt endlich zu handeln, um die CO2-Emissionen soweit zu minimieren, dass die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann.

Der Druck, den die Fridays for Future-Bewegung gerade erzeugt ist wichtig und das Ausmaß der Beteiligung überwältigend. Ohne den öffentlichen Aufschrei würde das „weiter so“ seinen gewohnten Gang gehen. Aber rund zwei Millionen junge Menschen weltweit haben genug. Ich bin stolz auf sie! Um auch einen kleinen Teil beizutragen, habe ich neben meiner aktiven Demobeteilgung bei #fridaysforfuture diesen Blogbeitrag im Rahmen der Blogparade #bloggersforfuture von livelifegreen geschrieben.

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Demokratie leben: Am 26. Mai ist Europawahl – Deine Chance, etwas zu bewirken

Die großen Schritte können nur auf weltweiter politischer Ebene in Angriff genommen werden. Aber auch im Kleinen kann jeder helfen und anpacken. So kann ein Kreuz zum Beispiel schon viel bewirken. Am 26. Mai ist Europawahl. Jede*r Wahlberechtigte sollte dieses Recht nutzen und das Kreuz an die richtige Stelle setzen und damit aufzeigen, dass die ökologischen Werte endlich einmal an der Reihe sind und dass die ignoranten Industrielobbyisten, die das politische Netz seit Jahrzehnten durchwandern, endlich abgelöst werden müssen. Nur so werden in Brüssel endlich Fakten für das Allgemeinwohl geschaffen, anstatt die Taschen der Reichen immer weiter mit wertvollen Subventionsgeldern zu füllen.

Es gib nicht nur schwarz oder weiß

Was mir neben unserem Wahlrecht besonders am Herzen liegt ist, dass es nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Manchmal habe ich das Gefühl viele wagen es nicht nachhaltiger zu leben, weil sie denken es bringe ja eh nichts und dass sie sich in allen Bereichen einschränken müssten.

Dieses Denkmuster hemmt und viele kleine Schritte, die möglich wären werden gar nicht erst ausprobiert. Dabei gibt es so unendlich viele Hebel, die jeder Einzelne in Bewegung setzen kann. Und Kleinvieh macht dabei unheimlich viel und bedeutenden Mist. Nichts verdeutlicht das besser als das Beispiel „Ein Strohhalm ist nicht viel, denkt sich jeder. Leider denken das eine Million Menschen.“

Hier ein paar Tipps zum Einstieg, die mir spielend leicht fallen. Wenn davon viele Menschen nur ein paar Punkte beherzigen, ist schon viel getan.

  • Wenn möglich immer einen Jutebeutel dabei haben, jede nicht genutzte Plastiktüte leistet einen Beitrag
  • Stofftasche beim Bäcker nutzen. Ich hatte noch nie Probleme dabei, sondern wurde anerkennend angelächelt. Ein schönes Gefühl
  • Keine Strohhälme, coffee to go Becher oder sonstige Einwegmaterialien verwenden. Es gibt tolle Alternativen wie Edelstahlstrohhälme oder einfach keinen nutzen.
  • Leitungswasser trinken. Es ist das am besten überwachte Nahrungsmittel. Es spart nicht nur Verpackung ein sondern man spart sich auch die lästige Schlepperei und günstiger ist es noch dazu
  • Den Müll direkt zur Tonne bringen. Ich sammle Papier und Plastik in meinen Edelstahltonnen und bringe diese direkt zur großen Mülltonne. Manchmal sammle ich das Plastik auch in der Verpackung der Klopapierrollen, diese lassen sich ideal als Tüte weiterverwenden. Auch den Biomüll sammle ich in einem Porzellangefäß und bringe ihn regelmäßig raus in die Biotonne. Das spart sehr viele Mülltüten und Gelbe Säcke ein
  • Verzicht auf Küchenrolle. Die habe ich übrigens noch nie genutzt. Der Spüllappen liegt doch sowieso direkt daneben 😉
  • Biologisch erzeugte Produkte kaufen, damit tut man nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern auch den Tieren und der Umwelt
  • Weniger Fleisch essen: Je weniger Tiere in Massen gehalten werden, desto weniger Tiere stoßen Methan aus und belasten das Klima. Zudem wird weniger Fläche für Futteranbau blockiert, die dann für weitere Nahrungsmittel genutzt werden kann
  • Strom sparen: Treppen gehen, statt Aufzug fahren; bei längeren Abwesenheiten den Router ausmachen, Restwärme des Herds nutzen, weniger elektronische Helfer einsetzen

 

Tipps für Fortgeschrittene

  • Ich habe mein Auto verkauft und fahre mit dem Fahrrad oder den Öffentlichen Verkehrsmitteln. Dadurch verlängert sich mein Arbeitsweg, aber die Zeit in der Bahn kann ich ideal nutzen, entweder zum Lesen, Arbeiten, Emails machen oder aus dem Fenster träumen
  • Gemüse selber anbauen, das ist dann nicht nur unsgespritzt sondern auch 100% unverpackt
  • In Unverpackt-Läden einkaufen. Einfach eigene Behälter mitbringen und die gewünschten Produkte abfüllen. Inzwischen gibt es mehr als 100 solcher Läden in Deutschland. Eine Übersicht findet sich hier: LINK
  • Das Konsumverhalten überdenken. Ich kaufe mir nur noch Sachen bei denen ich wirklich denke, das brauche ich. Überfluss versuche ich aus meinem Leben zu verbannen. Insbesondere Billigprodukte, die einen weiten Weg über China zu uns hinter sich haben und nach einmal Nutzen entsorgt werden sollte niemand mehr kaufen
  • Gebrauchte Sachen kaufen, auch dadurch wird Überfluss vermieden
  • Statt Deo nutze ich Natronpulver, keinerlei Verpackung notwendig und auch kein Zusatzstoff wie Aluminium

 

Unsere Erde ist auf jeden kleinen Schritt der Einzelnen angewiesen. Jeder weggelassene Strohhalm, Coffe-to-go-Becher, jede Tüte, jedes Treppensteigen, Licht auslassen, jeder Verzicht auf eine Autofahrt oder gar Flug schafft großes in der Masse. Und die erreichen wir mit mehr als 90 Millionen Menschen an Weltbevölkerung in jedem Fall.

 

Also, auf zu kleinen Schritten, wir treffen uns auf dem Weg 🙂

Wenn Ihr noch weitere Anregungen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare.


Ein Gedanke zu “Kleinvieh macht auch Mist – oder: wie geht Umweltschutz im Kleinen

  1. Hallo Zukunft , es ist so richtig und wichtig ,dass jeder mit kleinen Schritten anfängt und wenn das Rad am rollen ist entsteht Großes ! Es ist so wunderbar , dass jeder Mensch mithelfen darf !
    Man sollte jedoch nicht nur an Abgase denken ! Unsere Wälder , jeder Baum zählt !
    Große Transporte von Billigartikel der Überflußware über Meere sind für mich genauso ein Dorn im Auge !
    Also hat jeder die Möglichkeit für sich zu entscheiden und das ist machbar !

    Gefällt 1 Person

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