Nachhaltigkeit des Lebens – Warum sollte ich einen Fahrradhelm tragen

Freitagmorgen stand ich gut gelaunt auf und war voll motiviert für den Tag, da ich  ein paar Sachen endlich erledigen wollte. Eine gute Gelegenheit, auch mein neues Fahrrad zum Einsatz zu bringen. Seit letzter Woche habe ich ein neues Trekking Bike, mit dem ich schon 90 km von Darmstadt nach Mainz und wieder zurück gefahren bin und somit auch ein bisschen CO2 einsparen konnte.

Während meiner Tour nach Mainz sind mir viele Fahrradfahrer begegnet und ich musste häufig in mich reinschmunzeln und fragte mich, wieso brauchen die bei dem Tempo und um an Feldern vorbei oder am Fluss entlang zu fahren einen Helm? Wird schon keiner einen umfahren….. Selbst auf dem Fahrradweg in der Innenstadt sah ich nie wirklichen Bedarf. Mich plagten die typischen Vorurteile: es ist heiß darunter, sieht uncool aus und man muss den Helm dann später beispielsweise in der Stadt rumschleppen. Ich habe auf meinem Weg nach Mainz ein kleines Spiel gemacht und alle Fahrradfahrer, die mir entgegen kamen, gezählt, mit und ohne Helm. Welche Gruppe hat wohl gewonnen? Ich habe deutlich mehr Fahrradfahrer ohne Helm gesehen und ich fühlte mich bestätigt.

Am Freitag sollte ich eines besseren belehrt werden, auch wenn ich es eigentlich auch so schon besser wusste. Ich stieg also auf mein neues Fahrrad und fuhr vorfreudig los. Ich fuhr die Heidelberger Straße entlang und ärgerte mich über die riesen Baustelle, die hier seit einiger Zeit aus der vierspurigen eine enge zweispurige Bahn macht. Da die Autos mich wegen der verengten Fahrbahn nicht überholen konnten fühlte ich mich etwas behindernd als Radlerin. Ich versuchte also Gas zu geben, stärker in die Pedale zu treten, damit die Autofahrer hinter mir nicht die Vollkrise kriegen…ich habe mich etwas unter Druck gesetzt gefühlt. Ein wichtiges Detail: Auf der Heidelberger Straße sind Straßenbahnschienen verlegt. Aufgrund der verengten Fahrbahn war rechts neben den Schienen nur noch sehr wenig Platz, zu eng für mich und mein Fahrrad. Ich wollte also ausholen und mittiger fahren. Mache den Schulterblick, zögere mit dem Lenkrad scharf nach links zu steuern und schon war ich voll drin in der Schiene. Es begann der typische Film, der in solchen Momenten in Zeitlupe vor einem abläuft. Ich sah mich fallen und mit dem Kopf aufschlagen bevor es soweit war. Das Fahrrad schlitterte über die Bahn und meine gesamte linke Körperhälfte bremste mich ab. Und dann schlug natürlich auch mein Kopf zu allem Überfluss derbe auf. Mein erster Gedanke war „Du hast keinen Helm an!!!!!!!!“. Ich kann es kaum in Worte fassen, wie sehr ich mich in dem Moment über mich selber ärgerte, obwohl ich vor Schmerzen und Schwindel andere Probleme hatte.

Glück im Unglück 

Die Fahrerin auf der Gegenspur hat so großartig reagiert. Sie ist sofort ausgestiegen und zu mir geeilt und hat sich um mich gekümmert. Falls sie das hier zufällig lesen sollte: Vielen DANK! In solchen Momenten, in denen man unter leichtem Schock steht ist es schön, jemanden zu haben, der sich kümmert. Die Details, wie es weiterging erspare ich jetzt an dieser Stelle. Kurzfassung: Ich wurde ins Krankenhaus gefahren und die Wunden wurden versorgt: Prellung an Schulter, Fuß und Bein, tiefere Wunde und Prellung am Ellenbogen und Unterarm und ein Veilchen mit Riesenbeule am linken Auge. Sieht aus, als hätte ich mich geprügelt. Schon im Krankenwagen wurde mir bewusst, welch riesen Glück ich hatte. Die Kopfwunde hätte weitaus schlimmer sein können mit verheerenden Folgen, die ich mir gar nicht ausmalen möchte. Ich hätte mir sämtliche Knochen brechen können und am schlimmsten….mich hätten auch Autos erfassen können. Ich bin sehr dankbar dafür, dass alles so glimpflich ausgegangen ist.

Manchmal muss man erst etwas härter fallen, um zu verstehen was wirklich wichtig ist und was eben nicht. Mir wurde durch den Unfall mehr als deutlich, wie wichtig dieser Fahrradhelm ist und ich habe mir direkt einen zugelegt. Im Grunde genommen wusste ich auch vorher schon um seine Wichtigkeit, wollte es aber nicht wahrhaben. Hätte ich Freitag bloß schon einen angehabt. Man sollte sich auch stets seiner Verantwortung den Kindern gegenüber bewusst sein. Wenn Eltern ihren Kindern predigen einen Helm zu tragen und draussen fährt die Mehrheit ohne Helm herum, ist es schwer für den Nachwuchs das zu verstehen. Alleine aus diesem Grund sollte es Pflicht sein, einen Helm zu tragen. Ich werde es ab sofort tun. Macht Ihr mit?

 

 


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