Sei nachhaltig mit Dir selbst – Und was Pudding damit zu tun hat

Gestern Abend war es wieder so weit und der Heißhunger auf Pudding kam auf. Manchmal gibt es nichts Besseres als ein schönes, warmes Schälchen Pudding zum Nachtisch. Bislang habe ich immer ganz selbstverständlich Puddingpulver im Supermarkt gekauft und ohne weiter drüber nachzudenken nach Anleitung zubereitet. Kürzlich habe ich das Päckchen dann mal genauer unter die Lupe genommen, um nachzusehen, was da eigentlich so alles drin ist. Meist mache ich Vanillepudding. Bei  einem Preis von 14 Cent pro Puddingtütchen und dem Mangel an Bourbon Stückchen,  war eigentlich ohnehin klar, dass das Päckchen mit Aromen vollgepumpt sein muss. Auch die Farbe des Puddingpulvers im Vergleich zum fertigen Produkt ließ weitere Zusatzstoffe vermuten. Die Zutatenliste bestätigte es mir: Stärke, Salz, Aroma und Farbstoffe.

packung

Die Zutatenliste löste zwei Dinge in mir aus. Zum einen eine große Abneigung gegen den Inhalt dieses Tütchens, in dem neben der Hauptzutat „Stärke“ nur MIST drin ist und die Erkenntnis, „Hey, Pudding besteht eigentlich nur aus Stärke. Stärke hast Du ohnehin zu Hause rum stehen, Du kannst Pudding also ganz leicht selber machen“ J

Eigentlich traurig, dass mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, woraus Pudding besteht. Jahrelang gegessen, aber nie darüber nachgedacht…..  Wusstest Du, dass mit einem Gramm Aroma, ein Kilogramm Lebensmittel mit Geschmack versetzt wird? Erschreckend, oder? In Deutschland werden jährlich 15.000 Tonnen Aromen eingesetzt und damit 15 Millionen Lebensmittel industriell aromatisiert. Jeder von uns nimmt damit im Schnitt täglich 500 Gramm aromatisierte Nahrung zu sich. Viele Konsumenten verlernen somit den „echten“ Geschmack und empfinden diesen dann als befremdlich.

Ich versuche schon lange, Aromen und Zusatzstoffen zu entgehen und esse aus diesem Grund auch ungern in der Betriebskantine, lese die Zutatenliste der gekauften Artikel sehr genau durch und bereite alles, wenn möglich, lieber selber zu. Dann weiß ich wenigstens was drin ist. Aus diesem Grund koche ich jeden Abend und esse mittags auf der Arbeit nur mein mitgebrachtes Brot. Klar kommt manchmal auch die Faulheit durch und es werden in Ausnahmefällen doch mal die Frühlingsrollen zum Aufbacken gekauft. Das ist aber wirklich eine Seltenheit.

Nachhaltigkeit beschränkt sich nicht nur auf unsere Umwelt. Auch der eigene Körper sollte nachhaltig behandelt werden. Ich denke hier gerne an eine Unterhaltung mit meiner Tante zurück, die einmal zu mir sagte, dass man sein Auto ja auch mit dem richtigen Sprit befüllt. Genauso sollte man seinen eigenen Körper auch nur mit den richtigen Zutaten betanken, ansonsten fängt er bald das Ruckeln an und der Motor geht kaputt. Also, weniger MIST essen und mehr Wert auf gesunde Lebensmittel in entsprechender Qualität legen. Das muss vor allem auch nicht teurer sein. Bleiben wir beim Beispiel meines Puddings.

1 Kilogramm industriell hergestelltes, aromatisiertes Puddingpulver kostet im Supermarkt rund 1,40 Euro. Alles, was hier noch hinzu kommt sind Zucker und Milch. Die gleiche Menge an Speisestärke kostet rund 1 Euro. Um dem Vergleich gerecht zu werden, muss hier nur noch die Vanilleschote hinzu gerechnet werden. Diese kostet ungefähr 1 Euro, eine halbe reicht jedoch für einen Liter Pudding. Nimmt man stattdessen Kakaopulver oder Zimt, gestaltet sich der Preis sogar noch günstiger als das Industrieprodukt.

Mit der Erkenntnis, dass Pudding fast nur aus Speisestärke besteht, konnte ich es kaum abwarten, den nächsten Pudding komplett selber zu mixen. Alles was ich dazu brauchte waren Milch, Speisestärke, Zucker und echte Vanille. Es wurde also eine Vanilleschote gekauft, Milch, Stärke und der Zucker parat gestellt, et voilá! Wem der Sinn mehr nach anderen Geschmacksrichtungen steht, dem sind keine Grenzen gesetzt. Mit Schokolade habe ich es noch nicht versucht, aber das werde ich bald nachholen. Testen werde ich sicher auch mal Kaffeegeschmack, frisches Obst und Zimt….das schmeckt sicher auch gut.

Als mein erster selbstgemachter Pudding fertig gekocht war, war ich etwas skeptisch, er war farblos und ich hatte die ganze Zeit das Wort Speisestärke im Kopf, nicht Pudding. Ich betrachtete das Schälchen und zögerte, den ersten Löffel zu kosten. Es roch auch nicht sooooo stark nach Vanille, wie erhofft. Als sich dann die erste Haut auf dem Pudding gebildet hatte, die ich so liebe, stach ich den Löffel hindurch und führte ihn dann langsam zu meinem Mund und hatte Angst, dass es nicht schmecken würde. Eine wachsweiße Masse mit schwarzen Pünktchen. Ich verteilte den Pudding im Mund und konzentrierte mich auf den Geschmack. Ja, ich konnte aufatmen. Es hat fantastisch geschmeckt! So echt!

Es gab mir ein sehr befriedigendes Gefühl und es fühlte sich toll an, fast schon unabhängig. Ich bin nicht auf die Erzeugnisse der Industrie angewiesen. Das mag jetzt abgehoben klingen oder übertrieben, aber es stimmt tatsächlich. In diesem Moment waren das meine Gefühle. So nach dem Motto „Fu.. the system“. Ich brauche kein Dr. Oetker oder Billigableger der großen Konzerne, um Pudding zu genießen. Ich muss ihnen auch kein Geld hinterherwerfen für ein Produkt, das ich genauso gut gesünder und mit weniger Verpackungsmüll selber zu Hause herstellen kann. Gleiches gilt natürlich für Griesbrei und Milchreis, die ich schon immer selber zubereite, hier sagt aber auch schon der Name, woraus diese bestehen und es ist klar, dass man sie einfach nachkochen kann.

Hier mal die Anleitung für einen Liter Pudding, falls Du es auch ausprobieren möchtest. Ich kann es nur empfehlen, ein wahrer Hochgenuss!

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Zutaten für 2 Personen:

  • 1 Liter Milch
  • 80 Gramm Speisestärke
  • 3 Esslöffel Zucker (Ich mag es nicht so süß, viele würden hier eher die doppelte Menge nehmen :D)
  • 1 Vanilleschote (eine halbe reicht auch aus, je nach Belieben)

Als erstes erhitzt Du ganz  normal 4/5 der Milch. In die Milch gibst Du das ausgekratzte Mark der Vanilleschote und den Zucker.image4

Während die Milch erhitzt, rührst Du die Speisestärke in den Rest der kalten Milch, sodass sich beides gut mischt.image2

Wenn die Milch im Kochtopf heiß genug ist, das siehst Du daran, wenn sie langsam Bläschen schlägt, gießt Du die Stärke-Milch-Mischung dazu und schaltest den Herd aus. Beim ständigen Umrühren wird die Masse immer zähflüssiger und nach fünf Minuten circa kannst Du den Pudding in die Schälchen umfüllen.image1

Nach Bedarf entsprechend abkühlen lassen und dann heißt es nur noch genießen. Ich glaube, das war meine Entdeckung des Jahres 2016! 🙂

Hattest Du auch schon mal so eine Entdeckung, bei der Du gemerkt hast „Das kann man ja ganz einfach selber machen und vor allem schmeckt es auch noch viel besser….!“? Ich bin gespannt auf Eure Ideen!

Guten Appetit!

Susie


2 Gedanken zu “Sei nachhaltig mit Dir selbst – Und was Pudding damit zu tun hat

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